Das Monster, das wir erschaffen
- Marc Altmann

- vor einigen Sekunden
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Ein Monster geht um. Ein Monster, das in Wahrheit gar kein Monster ist. Es wird dazu gemacht. Von wem? Von all jenen, die von sich glauben, gut zu sein. Von denen, die überzeugt sind, das Böse sei irgendwo im Anderen. Doch die Wahrheit ist: Alles existiert in dir.

Du bist einer von vielen Menschen auf diesem Planeten, und irgendeiner passt dir nicht. Sein Verhalten, sein Lebensstil, die Art, wie er über andere spricht. Vielleicht ist er unfair im Job, vielleicht macht er anderen das Leben schwer. Was dieser Mensch braucht, ist im Grunde dasselbe wie du: Erkenntnis. Nicht Verurteilung, sondern Bewusstheit.

Denn wir kämpfen keinen Kampf gegen Menschen. Wir kämpfen einen inneren Kampf zwischen Himmel und Hölle, zwischen Liebe und Angst, zwischen Wahrem Selbst und verletztem Ego. Hast du dich für die Liebe entschieden, für dein Wahres Selbst, für Gott, dann weißt du, auf welcher Seite du stehst. Diese Entscheidung ist nicht einmalig, sie ist täglich neu zu treffen, denn sonst bleibst du Spielball deiner unbewussten Kräfte.

Irgendetwas hat diesen Menschen davon abgehalten, in die Liebe zu gehen. Vielleicht alte Verletzungen, vielleicht Enttäuschungen, die nie wirklich heilen durften. Vielleicht steckt er fest in seiner Vergangenheit, ohne es zu merken. Und dann passiert es: Er bekommt vielleicht sogar Erfolg, Anerkennung, eine Beförderung. Ein Grund mehr, ihn innerlich abzuwerten. Jetzt könntest du dir selbst beweisen, dass er „nicht liebenswert“ ist. Jetzt könntest du losschlagen – innerlich oder äußerlich.

Doch halt. Dieser Mensch zeigt dir deine Schatten. Du dachtest, du seist ein guter Mensch? Vielleicht. Aber du bist auch nur ein Mensch, wie alle anderen, und genau darin liegt deine Chance. Übe dich in Demut. Erkenne das spirituelle Geschenk, das dir hier begegnet, nicht weil das Verhalten des Anderen gut wäre, sondern weil es dir zeigt, wie weit du selbst schon in der Liebe bist.

Du kannst dich bedanken bei all denen, denen du es nicht gönnst, denn sie bringen dich in Kontakt mit deinen ungeheilten Themen, mit genau den Stellen in dir, an denen du entscheiden darfst, wer du sein möchtest. Gott kann nicht vergeben, weil Gott keine Schuld kennt. Das ist nicht in seinem Aufgabenbereich. Es kommt aus dem menschlichen Ego. Und jedes Mal, wenn du dich für Mitgefühl entscheidest, bringst du ein Stück Himmel auf diese Erde – nicht durch Recht haben, sondern durch Liebe.

Nein. Dieser Mensch triggert deine dunkelsten Anteile. Er holt genau das nach oben, was du lieber nicht sehen willst. Du dachtest, du seist ein guter Mensch? Dann schau genauer hin. Du bist nicht besser als die anderen. Du bist mittendrin. Und das ist die unbequeme Wahrheit – und zugleich deine größte Chance.

Erlaube dir, das zu erkennen. Übe dich in Demut. Denn hier zeigt sich, wie viel Liebe wirklich in dir lebt, wenn es schwierig wird. Nicht, wenn alles leicht ist.Dieser Mensch stellt sich dir als Spiegel zur Verfügung. Er zeigt dir, wie hell oder dunkel es in dir selbst noch ist. Nicht, um dich klein zu machen, sondern um dich wach zu machen.

Du kannst dich bei all denen bedanken, denen du es nicht gönnst. Denn sie führen dich direkt zu deinen ungeheilten Themen. Genau dort darfst du entscheiden, wer du sein willst – nicht in deinen schönen Gedanken, sondern im echten Leben.
Also sei ehrlich mit dir. Und geh nach innen.

Vielen Dank für das Interesse an meiner Arbeit, Marc Altmann




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