Nicht von dieser Welt
- Marc Altmann

- 22. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Wir sind nur für wenige Jahre hier auf dieser Erde. Dann verschwinden wir wieder von der sichtbaren Bühne.
Diese einfache Tatsache trägt eine große Wahrheit in sich:Vielleicht sind wir gar nicht von hier.
Vielleicht sind wir Reisende. Bewusstseinswesen auf Durchreise.Für eine begrenzte Zeit verkörpern wir uns – und nennen es Leben.
Doch wer sind wir jenseits dieser Verkörperung? Und warum haben wir diese Bühne betreten?

UNSER WAHRES SEIN
Die Wahrheit unseres Seins ist nicht im Körper zu finden. Der Körper ist Ausdruck – nicht Ursprung.
Wir erscheinen als Kinder unserer Eltern, tragen ihre Züge, ihre Gene, ihre Geschichte. Doch ist das wirklich unsere Identität? Oder nur das Gewand, das wir für diese Inkarnation gewählt haben?
Der Körper ist ein Kostüm. Eine Maske aus Fleisch. Ein temporäres Gefäß für etwas Unsterbliches.
Karneval erinnert uns daran. Es ist das „Fest des Fleisches“ – und zugleich das Fest der Masken. Für einen Moment erlauben wir uns, sichtbar zu machen, dass Identität wandelbar ist. Dass Moral, Status und gesellschaftliche Rollen nur Vereinbarungen sind.
Unter jeder Maske lebt etwas Zeitloses.

Karneval
In der Ekstase des Karnevals wird etwas Ursprüngliches spürbar. Lebendigkeit ohne Rechtfertigung.
Als ich in Brasilien im Sambodrom von Rio de Janeiro stand, war es, als würde die Seele eines Volkes durch Rhythmus und Bewegung sprechen. Arm und Reich verschmolzen im gleichen Takt. Konventionen lösten sich auf. Für einen Moment fiel die Illusion der Trennung.
Vielleicht ist Karneval deshalb so kraftvoll, weil er uns an etwas erinnert, das wir im Alltag vergessen:Wir spielen nur.

UNSER KOSTÜM
Wenn wir das Leben als Bühne begreifen, dann haben wir viele Rollen gespielt – vielleicht nicht nur in diesem Leben.
Manche fühlen sich magisch angezogen von bestimmten Epochen, Figuren oder Archetypen. Piraten etwa: Sinnbild für Freiheit, Wildheit, Eigenmacht. Warum berührt uns das? Warum fühlt sich ein Kostüm manchmal nicht wie Verkleidung an, sondern wie Erinnerung?
Vielleicht, weil die Seele Erfahrungen speichert – jenseits des Verstandes.
Karneval erlaubt uns, diese gespeicherten Energien kurz wieder anzuziehen. Nicht, um zu fliehen – sondern um uns selbst tiefer zu begegnen.

MITTELALTER
Mittelaltermärkte, historische Filme, alte Mythen – sie üben eine seltsame Faszination aus. Es ist, als würden sie eine verborgene Saite in uns anschlagen.
Warum fühlen wir uns von Zeiten angezogen, die wir „nie erlebt“ haben?Vielleicht, weil unser Bewusstsein älter ist als dieses Leben.
Wir leben in einer Epoche, in der alle Zeiten gleichzeitig verfügbar sind. Vielleicht, um uns daran zu erinnern: Identität ist nicht statisch. Sie ist ein Spiel des Bewusstseins.

WAS IST DER SINN?
Vielleicht geht es nie darum, hier anzukommen. Vielleicht geht es darum, zu erfahren.
Wir betreten die Bühne, spielen unsere Rolle – intensiv, ernsthaft, manchmal leidvoll – und vergessen dabei, dass wir Schauspieler sind.
Doch das Zuhause ist nicht die Bühne.
Es ist der Raum, aus dem wir kamen –und in den wir zurückkehren.
Und während wir hier spielen, dürfen wir Freude empfinden. Neugier. Spannung. Das Leben will erlebt werden – nicht kontrolliert.

SINN erkennen
Viele Menschen spüren eine leise Sehnsucht:„Das kann noch nicht alles sein.“
In meinen Sitzungen begleite ich dich dabei, dich von deiner Rolle zu lösen – ohne sie abzulehnen. Du lernst, den Schauspieler hinter der Figur zu erkennen.
Das verändert alles:
Entscheidungen werden klarer.
Angst verliert an Macht.
Lebendigkeit kehrt zurück.
Wenn du das Gefühl hast, nicht ganz von dieser Welt zu sein, dann ist das vielleicht kein Problem –sondern eine Erinnerung.
Ich freue mich, dich ein Stück auf dieser Reise zu begleiten.

Vielen Dank für dein Interesse an meiner Arbeit.
Herzlichst,
Marc Altmann




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