Die Wahrheit hinter der Angst
- Marc Altmann

- 1. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Angst und Furcht sind weitverbreitete Phänomene in unserer Gesellschaft. Vieles von dem, wovor wir uns fürchten, ist aus realistischer Sicht jedoch wenig sinnvoll. Und doch geben wir unseren Ängsten immer mehr Raum – statt zu lernen, bewusst und konstruktiv mit ihnen umzugehen.
Wie kommt das?

Was ist Angst?
Es gibt Ängste, die sinnvoll sind. Wenn ich eine Straße überquere, ist es klug, achtsam zu sein, um nicht von einem Fahrzeug erfasst zu werden. Diese Form der Angst schärft unsere Wahrnehmung und schützt uns.
Wird Angst jedoch so groß, dass ich mein Haus kaum noch verlasse, dann beginnt sie, meinen Lebensradius zu verkleinern. Mein Alltag wird nicht mehr von Freiheit, sondern von Vermeidung bestimmt.
Ähnlich verhält es sich mit scheinbar irrationalen Ängsten – etwa vor Spinnen oder Mäusen. Eine kleine Hausspinne kann uns nichts antun. Auch eine Maus stellt keine reale Bedrohung dar. Was also steckt wirklich dahinter?

Den wahren Sinn hinter der Angst erkennen
Keine Angst entsteht ohne Grund. Symbolisch betrachtet verweist jede Angst auf ein tiefer liegendes, oft unbewusstes Thema. Dieses gilt es in der therapeutischen Arbeit individuell herauszuarbeiten.
Die Angst vor Spinnen steht nach meiner Erfahrung häufig im Zusammenhang mit einer erlebten weiblichen Vereinnahmung – etwa durch Mutterfiguren oder andere prägende weibliche Bezugspersonen der Kindheit. Die eigene weibliche Kraft konnte dadurch nicht frei entwickelt werden.
Ähnlich verhält es sich mit der Angst vor Mäusen. Sie zeigt sich häufig bei Menschen, die – meist unbewusst – in eine emotionale Co-Abhängigkeit geraten sind, oft ausgelöst durch nicht erkannte psychische Belastungen der Eltern.
Diese Zusammenhänge sind den Betroffenen in der Regel nicht bewusst.

Die gute Nachricht
Hinter jeder Angst verbirgt sich eine unerkannte Wahrheit. Und jede Wahrheit, die erkannt wird, verliert ihre Macht.
Unsere Lebensthemen zeigen sich auf unterschiedlichen Ebenen – manchmal über Symptome, die wir selbst kaum deuten können. Für andere sind diese Muster oft leichter erkennbar als für uns selbst.
Die gute Nachricht ist: Es gibt die Möglichkeit, sich diesen Themen zu stellen – statt sich ein Leben lang von ihnen beherrschen zu lassen.

Die Liebe hinter der Angst
Wenn wir erkennen, was in unserer Lebensgeschichte tatsächlich belastend war, verstehen wir auch: Diese Geschichte gehört zu uns – aber sie bestimmt uns nicht mehr.
Vergangenheit verliert ihre Wirkung, wenn sie angenommen und integriert ist. Wir müssen sie nicht länger in die Gegenwart projizieren.
In diesem inneren Freiwerden entsteht Raum. Raum für Lebendigkeit, für Vertrauen – und für Liebe.
Das ist das Ziel jeder guten Therapie.
In meinen Sitzungen lernen Menschen, wie dieser Weg aussehen kann.

Herzlich
Marc Altmann




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